Ist Menschenkenntnis erlernbar? Die Intuition eines/er Recruiter:in

Katja und Nancy von talents for it führen ein Bewerbungsgespräch

Innerhalb von Sekunden bildet sich der Mensch einen Eindruck von seinem/ihrem Gegenüber, welcher sich im Nachhinein nur sehr schwierig korrigieren lässt. Besonders in der heutigen Zeit werden Bewerbungsgespräche vermehrt oder vorzugsweise online geführt. Wie schafft man es als Recruiter:in trotzdem, sich auf sein Bauchgefühl und die eigene Menschenkenntnis zu verlassen?

Wie definiert sich Menschenkenntnis?

Menschenkenntnis beschreibt die Fähigkeit oder das Vermögen, direkte oder indirekte Gesprächspartner:innen aufgrund eines ersten Eindrucks in ihrem Verhalten, Charakter und Fähigkeiten einzuschätzen und zu beurteilen. Eine gute Menschenkenntnis ist nicht angeboren, sondern bildet sich durch den häufigen Umgang mit Menschen und Personengruppen, sowie einer guten Kommunikationsfähigkeit heraus und entwickelt sich durch eigene Erfahrung weiter.

Ist Menschenkenntnis erlernbar?

Ja, Menschenkenntnis ist erlernbar. Aber welche Faktoren spielen für die Herausbildung und Entwicklung eine Rolle?
Eine gute Menschenkenntnis hängt immer mit der eigenen Metakognition zusammen, also dem Nachdenken über das eigene Wissen und die eigenen Fähigkeiten. Wer sich selbst realistisch in seinen eigenen Talenten und Fähigkeiten einschätzen kann, hat ein gutes Gespür dafür, auch andere Menschen mit wenigen Informationen realistisch einzuschätzen. Die Wahrnehmung einer Person und der erste Eindruck sind dabei sehr situations- und umgebungsabhängig. Auch Faktoren wie Sprache, äußeres Erscheinungsbild und Körpersprache des Gegenübers spielen in der ersten Einschätzung einer Person eine wichtige Rolle. 

Wie unterschiedet sich Menschenkenntnis vom Bauchgefühl?

Im Gegensatz zur Menschenkenntnis ist das Bauchgefühl, unsere Intuition, ein sich unterbewusst entwickelnder Prozess, basierend auf den Beobachtungen unserer Umwelt. Wer nach Entscheidungssituationen selbstreflektiert Erfahrungswerte bildet, kann sich für spätere Situationen auf diese, je nach Erfolg oder Misserfolg, berufen und damit auf das eigene Bauchgefühl vertrauen.

Menschenkenntnis, Bauchgefühl und Recruiting?

Als Recruiter:in muss man sich im Prozess des Besetzens von vakanten Stellen häufig auf die eigene Intuition und Menschenkenntnis verlassen. Verschiedene Faktoren und ihre, daraus abgeleiteten Informationen, trägt der/die Recruiter:in in einem Persönlichkeitsprofil zusammen. Ein Eindruck, ein Gespräch ist meist schon ausreichend, um mit der nötigen Menschenkenntnis und der Selektionskompetenz eines/er Recruiter:in, effiziente Personalentscheidungen treffen zu können. Natürlich kann dieser subjektive Eindruck auch durch Potenzialanalysen und fundierten Kompetenztests vertieft und abgesichert werden.

Der erste Eindruck entsteht meist schon vor dem ersten Gespräch

Schon der Lebenslauf kann einen ersten Eindruck darüber vermitteln, wie passend- oder unpassend ein/e Kandidat:in für die ausgeschriebene Stelle ist. Ein schriftlicher CV, der mit Fertig- und Fähigkeiten schon eine Art Selbstreflexion ist, liefert essenzielle Informationen über den/die Kandidat:in und gibt einen ersten Eindruck über die Arbeitsweise. Ist der CV klar gegliedert, grammatikalisch und sachlich gut aufbereitet, kann dies schon ein erster Aufschluss über die Arbeitsweise des/der Kandidat:in sein. Doch ein persönliches Gespräch zwischen Recruiter:in und Kandidat:in fördert meist Informationen zutage, die ausschlaggebend für einen positiven oder negativen bleibenden Eindruck sind.

Herausforderung digitales Bewerbungsgespräch

Seit einem Jahr gehören digitale Bewerbungsgespräche zum Alltag eines/er Recruiter:in. Einschätzungen, auf die sich Recruiter:innen bisher bezogen haben, werden durch die neue digitale Distanz verändert. Auf Faktoren wie Körpersprache des/der Kandidat:in, also unbewusste Gestik als Zeichen von Nervosität/ Unwohlsein oder das äußere Erscheinungsbild, kann sich der/die Recruiter:in nicht mehr unbedingt vollständig verlassen. Der Faktor Sprache bleibt davon jedoch weitestgehend unberührt.

Während die Menschenkenntnis sich durch die Einschätzung von eigenen und fremden Fähigkeiten definiert, ist das Bauchgefühl eine situative Einschätzung. Im digitalen Bewerbungsgespräch kann man den ersten Eindruck daher eher über die Sprache oder den Ausdruck eines/er Kandidat:in gewinnen. Unter anderem lässt sich durch die Gesprächsführung so auch digital persönliche Einschätzungen über eine Person treffen.

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