12. Leipziger Personalforum – persönlicher Bericht

Miarbeiterin Denise Killmann

Am 11. November, also vor ca. zwei Wochen fand das 12. Leipziger Personalforum statt. Dieses Jahr konnte es trotz der angespannten Corona-Situation vor Ort im Gebäude der ZAW veranstaltet werden. Das Event wurde unter strengen Einhaltungen der Hygienemaßnahmen, Sicherheitsabstand und 2G durchgeführt.

Als jemand, der noch nie an einem HR-Event teilgenommen hat, begab ich mich an der Seite unserer Geschäftsführerin Katja Teichert voller Erwartungen in für mich unbekannte Gewässer.

Schon während der Eröffnung war bemerkbar, wie sehr sich alle Anwesenden, besonders aber Veranstalterin Maria Sharichin, über das Stattfinden des Events freuten. Begeistert stellte sie die Agenda vor: Expertenvorträge, Mittagessen, danach Praxisrunden und Workshops.

Arbeiten – Wer? Wo? Wie? Wann? Arbeit neu gedacht.

Den Start der Expertenvorträge (ja, hier wird nicht gegendert, denn es waren nur Männer) legte Guido Rottkämper, Geschäftsführer der design2sense GmbH, voller Elan hin.

Schlag auf Schlag führte er uns mit kritischem, aber lösungsorientiertem Blick durch brandaktuelle Thematiken. Angst vor einer Unberechenbarkeit der immer komplexer werdenden Welt. Bildungsverlust durch Corona vs. Gamification. Paradigmenwechsel und Fake Change.

Als Fazit seiner Ausführungen nahm ich mit, dass wir einem großen Teil aktueller Problematiken mit Dialog begegnen müssen. Für diesen Dialog sind Voraussetzungen notwendig, wie Raum, Interaktionsfläche oder Gemeinschafts-Attraktoren. Vielleicht stellt Homeoffice nicht die optimale Lösung der Zukunft dar, für die es sich während der Pandemie in den Köpfen vieler entwickelt zu haben scheint? Alle Mitarbeiter:innen haben unterschiedliche Bedürfnisse – man muss sie nur danach fragen.

Mitarbeiter:innen-Führung – Generation Y packt aus

Nach dieser Einführung betrat ein ebenso dynamischer und um einiges jüngerer Geschäftsführer die Bühne. Florian Arndt bewegte mit seinem Best-Practice Vortrag zur Mitarbeiterführung in Generation Y und TikTok im Recruiting nicht nur die Leinwand, sondern auch die Zuhörenden zum Nachdenken. Mich persönlich bewegte die Art, wie er über Führung sprach. Es sollte eine dankbare oder dienende Führung gelebt werden, anstatt auf der eigenen Machtposition zu beharren. Eine wahre Führungskraft sollte Mitarbeiter:innen dazu befähigen, optimal arbeiten zu können und ihnen viel Feedback geben. Wichtig ist wirklich das wertschätzende und ehrliche Feedback – was nicht heißt, dass es ausschließlich positiv ausfallen muss.

Besonders eindrücklich legte Florian Arndt dar, dass die Grundlage für einen Führungsstil dieser Art auf einer richtigen Selbstführung besteht. Dafür sollte eine Person in einer leitenden Position folgende Eigenschaften mitbringen: er/sie sollte selbstsicher auftreten und Vitalität ausstrahlen. Wichtig ist eine Authentizität gepaart mit Achtsamkeit sowie die Kommunikation einer Vision. Hier lässt sich der Content des Vortrags mit „Wertschöpfung durch Wertschätzung“ zusammenfassen.

Der dritte Vortrag wurde von Herrn Marcus Hendel, dem Leiter Personal der Mercateo Gruppe, gehalten. Er setzte sich damit auseinander, wie die Zukunft des Shared Desk aussieht und ob eine reine homeoffice-Lösung, speziell im Onboarding Prozess neuer Mitarbeiter:innen negative Auswirkungen auf die Halbwertszeit dieser im Unternehmen hat.

Best Practice Sharing im HR-Bereich

Nach diesen drei sehr informativen Vorträgen folgte ein leckeres Mittagessen, bei dem sich die Möglichkeit zum Austausch zwischen den Teilnehmer:innen bot. Es war deutlich zu bemerken, dass es ein hohes Bedürfnis nach Best Practice Sharing mit den bekannten und auch neuen Gesichtern gab. So fanden ausgiebige Diskussionen über die jeweilige, aktuelle Situation in den Unternehmen oder auch kritische Auseinandersetzungen über die eben verfolgten Vorträge statt.

Für mich persönlich als noch-Studierende war dies eine neue Erfahrung. Ich fand es spannend zu sehen, wie die Personal-Expert:innen aktuelle Problematiken beleuchteten, mit denen sie sich im Alltag auseinandersetzen müssen. Gerade der modern Workspace beschäftigte einige der HR-Spezialist:innen.

Workshop Führen in Veränderungen

Auch wenn diese Gesprächsrunde noch lange hätte weitergehen können, so standen ja noch die Praxisrunden an. Ab 14:00 Uhr konnten die Teilnehmenden sich für eine Reihe aus Workshop-Angeboten entscheiden. Von aktuellen Urteilen im Arbeitsrecht über Datenschutzthematiken oder einem ergonomischen Arbeiten im Home-Office – die Auswahl war vielseitig. Ich selbst entschied mich dazu, auf Herrn Arndts Vortrag aufbauend an dem Workshop von Birgit Schneider „Führen in Veränderungen“ teilzunehmen. Frau Schneider fragte im Eingang nach Problemen, die die Anwesenden gerne ansprechen wollten.

So kam es zu einer ausgiebigen Diskussion über die Vereinigung zwischen disziplinarischer und fachlicher Führung unter dem Aspekt, dass die moderne Führungskraft kein/e Fachspezialist:in mehr sein muss. In dieser Gesprächsrunde brachten alle Teilnehmer:innen ein gewisses Maß an Berufserfahrung in einem zumindest mittelständischen Unternehmen mit. Deshalb verfolgte ich den Dialog, geleitet von Birgit Schneider als Moderatorin, aufmerksam.

Es kamen unterschiedliche Perspektiven, sowohl von der HR- als auch der Führungsseite zusammen, die sich wertschätzend ergänzten. So konnte das Thema schließlich abgerundet werden. Es spiegelte sich wider: Der Key für ein erfolgreiches Arbeiten liegt in einem klaren Dialog der beteiligten Parteien.

Zum Abschluss bekamen wir von Frau Schneider einen Denkanstoß in Richtung Selbstführung mit auf den Weg: Jeder Mensch hat ein Päckchen, aus dem er/sie Erfahrungswerte bildet. Wenn wir mit anderen interagieren, dann erzeugt das Gegenüber Emotionen bei uns – oft genug auch negative. Doch bevor es zu einer unangebrachten Situation mit dem/der Gesprächspartner:in kommt, sollten wir uns immer selbst reflektieren. Gibt es vielleicht einen Grund, warum bei mir bestimmte Gefühle aufkommen? Herausfinden können wir dies, indem wir in unserem Päckchen nachschauen. So können wir die eigenen Emotionen einordnen, lernen, mit ihnen besser umzugehen und uns auch dementsprechend verhalten.

Am späten Nachmittag endete für mich dann dieser Tag voller neuer Eindrücke und Denkanstöße. Ich freue mich und bin dankbar, dass ich am Forum Personal teilnehmen konnte – einerseits gegenüber der talents for it, andererseits gegenüber den Veranstalter:innen, die das Event unter strikter Corona-Konformität geplant und durchgeführt haben.

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