Headhunting ist nicht gleich Headhunting – Eine Frage der Ethik

weibliche Hand mit Handy

Wenn man an den Begriff Headhunting denkt, formt sich bei vielen Menschen ein eher negativ-besetztes Berufsbild. Headhunter:innen haben mit einer vorwiegend schlechten Reputation zu kämpfen, die sich (nicht ganz unberechtigt) in einer fragwürdigen Ansprachepraxis begründet. Die negativen Erfahrungsberichte und Kommentare überwiegen.
Die Vorurteile, die sich auf dem Bewerber:innen-Markt gegenüber Headhunter:innen gebildet haben, bekommen auch Recruiter:innen zu spüren.
Ist Headhunting also immer gleich „schlechtes Headhunting“?

Der Markt ist in Bewegung

Der Bewerbermarkt, wie viele Unternehmen ihn kennen und gewohnt sind, ist nicht mehr der gleiche. Er wird dominiert von der dringenden Suche nach qualifizierten Fach- und Führungskräften, einer eher niedrigen Wechselbereitschaft von potentiellen Kandidat:innen und einem starken Konkurrenzkampf der Unternehmen untereinander um eben jene Spezialist:innen.
Unternehmen, die nicht genug eigene Ressourcen oder Know-how für eine Spezialist:innen-Suche haben, setzen auf Dienstleister:innen wie Recruiter:innen, Personalvermittler:innen oder Headhunter:innen, um dringend benötigte Fachkräfte schnell im Unternehmen zu sichern.
Hier gibt es eine Übersicht, über die grundlegende Differenzierung der drei Dienstleistungen.

Die Möglichkeiten der Kontaktaufnahme oder Ansprache der potentiellen Kandidat:innen sind sehr vielfältig. Sie reichen von Bewerber:innen-Datenbanken über strategisch positionierte Stellenanzeigen oder Direktansprachen über Business-Plattformen wie Xing und LinkedIn (Active Sourcing).
Auch das Headhunting hat sich, weg von den rein telefonischen Ansprachen, in diese Richtung verändert. Business-Plattformen bieten den Vorteil, dass Kandidat:innen gezielt nach ihren Präferenzen kontaktiert werden können. Ihren Profilen ist entnehmbar, ob sie derzeit auf der Suche nach einer neuen Herausforderung sind oder ob sie eine Kontaktaufnahme ablehnen.

Besonders die „neuen“ technologischen Mittel der Kontaktaufnahme und Ansprache ermöglichen es Headhunter:innen, Vorurteile zur proaktiven Ansprache abzubauen und auf eine ethisch-vertretbare Art und Weise mit Kandidat:innen in hohen Führungspositionen in Kontakt zu treten.

Ethical Headhunting – Das neue Headhunting?

Die zielgerichtete und proaktive Ansprache von qualifizierten Führungspersönlichkeiten erfolgt auf Wunsch eines Kundenunternehmens. Ein:e Headhunter:in verfügt über eine umfassende Kenntnis der jeweiligen Branche und des aktuellen Kandidat:innen-Marktes. Für Unternehmen sind diese Kenntnisse nach wie vor essentiell, um die Fachexpertise und das Know-How von qualifizierten Führungskräften gewinnen zu können. Bei den derzeitigen Entwicklungen ist zudem ein besonderes Gespür im Umgang mit diesen Kandidat:innen gefragt.

Bedeutet das aber gleichzeitig, dass auf einem hart umkämpften Markt ein aggressives Vorgehen bei der Ansprache gefragt ist?

Auch wenn der War for Talents und der Fachkräftemangel die Suche nach qualifizierten High Potentials schwierig gestalten, muss gerade jetzt Wert auf die individuellen Wünsche der Kandidat:innen gelegt werden. Dazu zählt auch, die Wechselwünsche (oder eben die fehlende Bereitschaft hierzu) zu beachten und zu respektieren. Hier geht es um Ethik bzw. was grundsätzlich gestattet ist ohne die Persönlichkeitsrechte des anderen zu verletzten.

Unter Ethical Headhunting verstehen wir aus diesem Grund die gezielte Direktansprache von Wunschkandidat:innen unserer Kund:innen, unter größter Berücksichtigung der Signale, die eben jene Wunschkandidat:innen öffentlich senden.

Die professionelle Direktansprache ist nach wie vor eine ethisch vertretbare Methode der Fach- und Führungskräftegewinnung. Unter den gegebenen technologischen Möglichkeiten ist hier kein aggressives Abwerben oder Durchtelefonieren mehr notwendig, da der/die Kandidat:in vorab schon Wechselbereitschaft signalisiert und andererseits über einen gesteuerten (schriftlichen) Prozess jederzeit die Möglichkeit seitens der Kandidat:innen besteht, diesen Prozess zu steuern und gegebenenfalls auch abzubrechen.

Sollten Sie noch Fragen zu unserer Vorgehensweise bei der Identifizierung und Ansprache von Führungskräften haben, finden Sie hier auch weitere Informationen zu unserer Herangehensweise.

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