Bewerbung 4.0 – Automatisierte Bewerbungsprozesse

Bewerbungsformular

Die Digitalisierung ermöglicht Bewerbungen in einfacher und effizienter Form. Schnell, papierlos und auch von unterwegs. Für Jobsuchende hat das viele Vorteile. Aber hat es möglicherweise auch Nachteile?

Was ist eine digitale Bewerbung?

Personalabteilungen verzichten schon länger auf das Einsenden einer ausgedruckten Bewerbung. Bewerber:innenunterlagen werden digital gespeichert und weiterverarbeitet. Eine digitale Bewerbung einzusenden, ist auf unterschiedlichen Wegen möglich:
Man kann sie als PDF-Dokument an eine entsprechende Bewerbungs-E-Mail-Adresse senden oder das One-Click-Verfahren nutzen. Bei One-Click-Bewerbungen handelt es sich in den meisten Fällen um ein vorgegebenes Formular, das alle notwendigen Informationen des/der Bewerber:in bereits im Vorfeld abfragt.

One-Click-Bewerbungen

Da die Mobilität in allen Lebensbereichen Einzug hält, müssen sich auch Bewerbungsprozesse dieser Mobilität anpassen. Die Mehrzahl der Jobsuchenden bewegen sich mit mobilen Endgeräten (Smartphone, Tablet) auf unterschiedlichen Jobportalen. Durch die One-Click-Bewerbung kann die Hemmschwelle, eine Bewerbung zu versenden, deutlich gesenkt werden. Je einfacher und unkomplizierter der Zugang, desto mehr Bewerber:innen sind bereit sich auf eine Position zu bewerben.

Die Vorteile der One-Click-Bewerbung

Die vereinfachte Handhabung des Bewerbungsprozesses ermöglicht es, unabhängig von Zeit und Ort eine Bewerbung abzugeben. Häufig ist schon ein aussagekräftiges XING oder LinkedIn Profil für eine Bewerbung ausreichend. Es gibt jedoch auch Plattformen, die in mehreren Formular-Feldern fachspezifische Kenntnisse von möglichen Bewerber:innen abfragen. Diese Selbstauskünfte dienen der Automatisierung des Prozesses und können sowohl Vor- und Nachteile für Job-Interessierte haben.

Automatisierte Bewerbungsprozesse

Personalabteilungen arbeiten häufig mit einer Software, die die Verwaltung von Mitarbeiter:innen- und Bewerber:innen- Unterlagen sowie Informationen erleichtert. Selbstauskünfte, die Bewerber:innen im Vorfeld einer Bewerbung digital ausgefüllt haben, standardisieren den Auswahlprozess und machen Fertig- und Fähigkeiten vergleichbar. Der Trend geht derzeit jedoch dazu, umfangreiche Selbstauskünfte des/der Bewerber:in einzuholen. Das Risiko, eine/n Bewerber:in durch zu umfangreiche Selbstauskünfte wieder zu verlieren, ist hierbei sehr hoch. Es muss dementsprechend ein gesundes Mittelmaß an Schnelligkeit der Bewerbung und Informationsweiterleitung geben.

Unternehmen, bei denen täglich eine Vielzahl an unterschiedlichen Bewerbungen eingehen, können auf eine künstliche Intelligenz (KI) zurückgreifen. Diese KI steuert mithilfe von automatisierten Auswahlverfahren, wer als Bewerber:in für eine Position mit den angegebenen Qualifikationen infrage kommt.
Die finale Entscheidung über eine Einladung zu einem Gespräch liegt letztlich jedoch immer bei einem/einer Personaler:in. Obwohl Personaler:innen ihrer Menschenkenntnis vertrauen können, kann die KI beispielsweise unbewusste Vorurteile ausklammern.

Nachteil automatisierter (KI) Bewerbungsprozesse

Obwohl eine KI effiziente und zeitsparende Prozesse verspricht, birgt sie auch Nachteile für Bewerber:innen. Einer KI liegt ein angelernter Algorithmus zugrunde. Um zu entscheiden, wer ein geeignete/r Bewerber:in ist, muss die KI also aus bestehenden Profilen lernen. In der Vergangenheit liefen diese Auswahlprozesse nicht einwandfrei und mussten aufgrund von angelernter männlicher Bevorzugung wieder eingestellt werden.

Best Practice Sharing: Prozesse

Als Recruiterinnen haben wir sehr gute Erfahrungen mit One-Click-Bewerbungen gemacht. Bewerber:innen stellen uns grundlegende Informationen zur Verfügung, auf deren Basis wir Qualifikationen für eine Position evaluieren können. Das Bewerbungsformular ordnet für uns automatisch die Informationen, die für uns relevant sind. Per E-Mail oder Telefon lässt sich dann unkompliziert Kontakt zu den Bewerber:innen herstellen und ein Termin für ein Gespräch vereinbaren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.