Bewerbung 4.0 – Mehr Erfolg auf dem digitalen Arbeitsmarkt

Veröffentlicht am von Maria Günther

Finden und gefunden werden

In den letzten Jahren ist der Arbeitsmarkt im Umbruch. Insbesondere die digitale Transformation wie aber auch die Verknappung von qualifizierten Bewerbern gehören zu den Veränderungsthemen. Das stellt nicht nur Unternehmen und HR-Abteilungen vor Herausforderungen, sondern auch die Bewerber selbst. Wie bewirbt man sich noch richtig und noch viel wichtiger: wie wird man heute richtig gefunden? Wir geben einen kleinen Einblick in die Entwicklungen der letzten Jahre und Hinweise für ein gut gepflegtes Online-Profil.

Schon lange erfolgen Bewerbungen nicht mehr über den herkömmlichen Postweg. Über die Jahre haben sich neue Formen des Bewerbungsprozesses etabliert, die auf Effizienz und Schnelligkeit ausgerichtet sind. Dazu gehört nicht nur Bewerbungsunterlagen digital zu verschicken, sondern auch das eigene Profil, Kenntnisse, Fähigkeiten und den Lebenslauf auf Business- und Social Media-Plattformen aufzubereiten. Je detaillierter und informativer ein Profil ist, desto interessanter ist ein Kandidat für HR-Abteilungen und Recruiter.  Die Auswahl an Social Media- und Business- Plattformen ist dabei vielfältig und steigt immer weiter an. Auf welche Plattformen sollte man sich als Bewerber also konzentrieren?

Aktuelle Trends der Social Media- Nutzung zeigen, dass vor allem in Deutschland Netzwerke wie Xing, Facebook und LinkedIn eine ganz entscheidende Rolle im Suchen und Finden -und vor allem in der Ansprache- von interessanten Menschen spielen. Die Nutzung dieser Plattformen für die Stellensuche und auch Ansprache von Kandidaten ist dabei bei Xing ganz besonders hoch. Bevor man jedoch Zeit investiert, um seinen Online Auftritt mit persönlichen Informationen aufzubereiten, sollte man die Wahl der Plattform berücksichtigen. Zum Beispiel gibt es im Vergleich von Xing und LinkedIn erhebliche Unterschiede, was Zielgruppen, Kosten und nationale oder internationale Ausrichtung betrifft. Hierbei sollte sich ein Bewerber bewusst sein, dass Xing zwar in Deutschland die am häufigsten frequentierte Plattform ist, die Ausrichtung sich jedoch eher auf den deutschsprachigen Markt beschränkt. Jemand der sich gern als Bewerber international ausrichten möchte ist vor allem bei LinkedIn gut aufgehoben. Grundsätzlich ist es jedoch auch keine schlechte Entscheidung auf mehreren Social Media- und Business- Plattformen präsent zu sein, denn Präsenz erhöht die Auffindbarkeit.

Ähnlich wie bei der Auswahl des Netzwerks gibt es auch bestimmte Punkte bei der Gestaltung des persönlichen Profils zu beachten. Ein gut ausgestaltetes Profil erhöht die Attraktivität für Personaler und Recruiter, jedoch gibt es Informationen und Buzz-Words, die die Auffindbarkeit ebenfalls erhöhen können. Die Frage für Bewerber lautet hier: Wie präsentiere ich mich richtig und was habe ich zu bieten? Grundsätzlich sind detaillierte Angaben zu den eigenen fachlichen Fähigkeiten am besten. Damit ist gemeint, auf die eigenen Kenntnisse ausführlich einzugehen, um die eigene Sichtbarkeit in Such- und Filtermechanismen zu erhöhen. Genauso wichtig wie die eigenen Fähigkeiten und Kenntnisse sind aber auch Ansprüche und Wünsche. Möchte man von HR-Abteilungen und Recruitern gefunden werden und Angebote erhalten, sollte auch klar sein auf welcher Verhandlungsbasis man sich begegnet. Wünscht sich ein Kandidat mehr Verantwortung und neue Herausforderungen? Arbeitet er gern in Teams und bildet sich gern mit neuen Technologien fort? Den Möglichkeiten der Ausgestaltung des eigenen Profils sind hier auf den meisten Plattformen keine Grenzen gesetzt. Je ausführlicher desto besser.

Ein anderer wichtiger Punkt des persönlichen Profils ist auch der Lebenslauf. Meist in tabellarischer Form, mit den aktuellen/ letzten Aufgaben und Arbeitgebern zuerst, gibt er einen guten Überblick über Dauer der Anstellung oder des Projekts und den jeweiligen Arbeitgeber. Auch die eigenen Ausbildung lässt sich in ähnlicher Form gestalten. Jede Angabe und Zwischenstopp ist hier nützlich und trägt zu einem übersichtlichen und attraktiven Bewerberprofil bei.

Zusätzlich kann man, wie in einem richtigen CV auch, Angaben zu Sprachen, Interessen und besondere Qualifikationen machen und offizielle Zertifikate und Abschlüsse einfügen. Dieser Punkt ist natürlich jedem Bewerber selbst überlassen, aber eine gute Möglichkeit um Tätigkeitsfelder und Aufgaben des tabellarischen Lebenslaufs zu ergänzen.

Im Hinblick auf die neuen Recruiting- und Bewerbungs-Technologien wie Bots und künstlicher Intelligenz, die auf das Auslesen und Auswerten von Online-Profilen ausgerichtet sind, zeigt sich, dass ein persönlicher Eindruck zum Zweck der Gleichberechtigung nicht berücksichtigt wird  . Demnach sind informative und übersichtliche Profile für den Bewerbungsprozess möglicherweise entscheidend und auch im Vergleich mit der Konkurrenz von Vorteil. Social-Media- und Business-Plattformen bieten aus diesem Grund auch eine gute Grundlage für eine optimale Selbstpräsentation.